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Text/il (3.Teil)
Ausgesprochene Worte wirken stärker nach, als uns oft bewußt wird. Wenn ich sage: Du darfst jetzt nicht TOD denken, so denkst du es, weil ich es ausgesprochen habe. Worte sind auch Macht. Wer sich ausdrücken kann, übt Macht aus. Wer einen Namen ruft, hat Macht über alle Menschen, die so heißen und es hören. Das kannst du ausprobieren: Rufst du auf einem belebten Platz HANS, so werden sich alle Männer mit dem Namen Hans umdrehen. Rufst du einen Hund mit seinem Namen, so wird er dich nicht mehr beißen, er muß gehorchen, weil du seinen Namen kennst und deshalb Macht über ihn hast. Namen und Worte haben in Märchen dazu geführt, daß Schätze gewonnen wurden und zerrannen, daß Menschen befreit, verzaubert und erlöst wurden. Sesam öffne dich, Mutabor, Rumpelstilzchen, Schatzhauser im Tannenwald - wer die Namen kennt, darf Wünsche äußern. Ob diese Wünsche schließlich etwas nützen, steht auf einem anderen Blatt. Denn wer ohne Wissen zu Macht kommt, schadet sich meistens selbst, darf eine Weile mitspielen, um danach um so tiefer zu fallen.
Die Zauberlehrlinge der Geschichte haben bewiesen, wie trügerisch Macht ist für den, der in einen Rausch verfällt. Also, wenn du auf einem öffentlichen Platz HANS rufst, müssen sich zwar alle mit Namen Hans umdrehen, aber was machst du dann damit? Mit Sprache Macht auszuüben, hat nur Sinn, wenn es ein Transportmittel bleibt.
(to be continued)
