Café Kuba

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Fliplife - Quo vadis?

Einige Gedanken zum aktuellen Stand des Spiels von Pontus Schmidt; Mc Hood, André W., N.N. und Morgaine Biggs Macbay

Nach dem tollen Start Ende August letzten Jahres und dem Spaß, den es anfänglich machte, Fliplife zu spielen, macht sich inzwischen Frust und Resignation breit. Reihenweise haben tolle Leute das Spiel verlassen, weil der Spaß am Spiel, das ja doch ein “Social Game” sein soll, vergangen ist. Das, was vorher der Haupt-Spaßfaktor war - die Parties mit ihrer Spannung und dem Smalltalk, den Musikbeiträgen und der Unterstützung, wenn einer kein Cash mehr hatte - diese Parties, die Seele des Spiels sozusagen, wurden über Nacht plötzlich zuerst unbezahlbar und dann fast unnötig.

Angekündigt als DAS Spiel 2011, besser als SecondLife, aber genauso nah am echten Leben stellt sich uns langsam die Frage, ob die Spieler das gleiche Spiel spielen, wie die Macher. In den Blogs und Videointerviews wird ständig von neuen tollen Features gesprochen, aber bisher wurde noch nicht einmal eine solide Basis erreicht. Ganz im Gegenteil: Die Basis war anfangs solider als jetzt - vor allem im Bezug auf den sozialen Aspekt. Es gab einen enorm guten Zusammenhalt unter den Spielern die sich nächtelang in FlipLife tummelten. Mittlerweile wird es immer leiser, Gruppenaktionen streben gen null und der Einzelklicker klickt sich irgendwie durch.

Doch damit nicht genug: Wir als Beta -Tester investierten Zeit, Geld und Ideen, werden aber nicht gehört, ignoriert und ständig vertröstet. Wir sollen immer Verständnis haben, bekommen aber selbst real investierte Euro nicht zurück, wenn mal wieder ein Bug zugeschlagen hat. Das Spielen beschränkt sich derzeit auf einige Klicks alle paar Stunden, gesprochen wird selten und wenn dann nur in den Gruppen, die sich in besseren Zeiten gebildet hatten. Oder aber man schaut in sein Postfach und sieht solche Dinge wie “Lohn abholen” oder “Hoffentlich holen alle ihren Lohn ab”. Einfach nur schade.

Anfangs communitydriven und social-engagiert mutiert United Prototype zur selbstherrlichen Instanz, die über FlipLife “wacht”. Von dem was anfangs als vorbildlich gelobt wurde, bleibt heute nur noch Schall und Rauch zurück. Ein Blick ins Support-Tool mit enorm vielen guten Feature-Ideen seitens der Nutzerschaft lässt vermuten, dass United Prototype starr eigene Wege geht ohne einen Umweg über den User zu machen (und dabei ist, eigene gute und starke Nutzerschaft zu verlieren) - der doch eigentlich nichts großartiges möchte: Ein Social Game. Stattdessen werden halbfertige neue Features in das Spiel gepumpt die in den Augen vieler Nutzer einzig  dem (an sich übrigens durchaus legitimen) Zweck dienen, Flips umzusetzen, ohne Rücksicht auf Verluste und nur halbdurchdacht: Vielleicht ein grober Fehler, denn ein Spiel ohne Spieler erfüllt nicht wirklich seinen Sinn (und bringt noch weniger Credits…).

Warum spielen wir trotzdem immer noch? Fliplife im Herbst 2010 hat sich einfach zu gut angefühlt, um es jetzt sausen zu lassen - obwohl sich der Gedanke immer mehr breit macht. Wir haben einfach die Hoffnung, dass es zu altem Glanz und Spaß zurückkehrt, noch immer nicht ganz aufgegeben.

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